Warum diese Erfahrung einen Sinn ergab
Meine Geschichte mit Schmerzen und schwierigen Erlebnissen in einer Klinik, die ein Trauma hinterlassen hat, geschah nicht ohne Grund. Lange fragte ich mich „warum ich", aber irgendwo tief in mir spürte ich, dass es einen Sinn hatte — dass diese Erfahrung eines Tages von Bedeutung sein würde. Und genau so ist es gekommen.
Heute werde ich nicht nur gebeten, Patienten nach misslungenen Behandlungen zu unterstützen — zum ersten Mal wurde ich um etwas mehr gebeten: eine Patientin auf einer Reise in die Türkei zu einem Reklamationsbesuch zu begleiten.
Annas Geschichte
Anna — die Patientin, die ich begleite — hatte ihre Behandlung in Antalya durchführen lassen. Leider kam es dort zu schwerwiegenden Versäumnissen. Sie litt unter anhaltenden Schmerzen und wandte sich an die Klinik. Man willigte in eine Korrektur ein, die sich jedoch als noch schlimmer als die ursprüngliche Behandlung herausstellte.
Nach diesen Erfahrungen verlor Anna jedes Vertrauen. Anderthalb Jahre lebte sie mit Schmerzen, ohne zu glauben, dass noch irgendetwas repariert werden könnte.
Über Facebook lernte sie Justyna kennen, die sehr ähnliche Erfahrungen gemacht hatte — allerdings in Istanbul. Sie hatte sich entschieden, es noch einmal zu versuchen, diesmal in Izmir. Wie sie selbst sagte — sie fand schließlich einen guten Zahnarzt, der ihr nicht nur die Zähne reparierte, sondern ihr auch die Lebensqualität zurückgab.
Justyna empfahl Anna denselben Arzt.
Dritter Versuch — wieder nicht der richtige Zahnarzt
Erschöpft von den Schmerzen und den ausbleibenden Ergebnissen der bisherigen Behandlungen entschloss sich Anna, auf diese Empfehlung zu vertrauen und nach Izmir zu fliegen. Ihre Bekannte bot sogar an, sie zu begleiten, doch am Ende kam es anders.
Leider wurde Anna nicht von demselben Zahnarzt behandelt, der Justyna behandelt hatte. Den Eingriff führte ein junger, weniger erfahrener Arzt durch — zwar unter teilweiser Aufsicht, aber wie sich später herausstellte, reichte das nicht aus.
Es war bereits der dritte Versuch, die Situation zu retten — Abnahme der Kronen, Behandlung und erneuter Aufbau. Anna hatte gehofft, dass ihr Leben diesmal endlich zur Normalität zurückkehren würde. Das tat es nicht. Wie sie selbst sagt — sie kam mit Schmerzen an und reiste mit Schmerzen ab.
Wie sie zu mir kam
Trotzdem wandte Anna sich schnell erneut an die Klinik. Man bot ihr eine weitere Korrektur an. Diesmal jedoch hatte sie Angst, allein zu fliegen. Sie hatte auch Angst, irgendjemandem zu vertrauen — was vollkommen verständlich ist.
Sie hatte gehört, dass es Menschen gibt, die in solchen Situationen helfen — die mit Kliniken vermitteln und Schreiben vorbereiten — aber nach den Informationen, die sie erhalten hatte, waren dies sehr teure Dienstleistungen. Und sie hatte bereits über 14.000 Pfund ausgegeben.
Dennoch trieben sie die Schmerzen dazu, sich bei mir zu melden.
Das Gespräch, das sie überraschte
Im ersten Gespräch fragte sie direkt, was meine Hilfe kosten würde. Ich antwortete, dass ich nichts berechne. Ich tue es, weil ich selbst durch dasselbe gegangen bin und genau verstehe, womit Patienten in solchen Situationen kämpfen.
Sie war überrascht — wie sie sagte, hatte sie ganz anderes gehört und hätte sich, wenn sie es früher gewusst hätte, viel früher an mich gewandt.
Sie fragte mich daraufhin, ob ich als Unterstützung mit ihr nach Izmir fliegen würde. Sie bot an, die Reisekosten zu übernehmen — ihr war nur wichtig, nicht allein dort zu sein. Ich stimmte zu.
Die Reise nach Izmir
Anna kaufte die Tickets: einen Zug von Edinburgh nach Crewe und einen Flug von Manchester nach Izmir. Und so begann diese gemeinsame Reise.
Sie holte mich am Bahnhof ab, dann fuhren wir zu ihr nach Hause. Wir aßen das Mittagessen, das sie zubereitet hatte, und anschließend brachte ein Bekannter von ihr uns zum Flughafen Manchester.
Der Flug dauerte etwa vier Stunden und hatte zusätzlich Verspätung, sodass wir nach Mitternacht in Izmir ankamen. Ein Fahrer wartete auf Anna, ich war jedoch nicht auf der Liste. Das lag höchstwahrscheinlich daran, dass ich der Klinik im Voraus keine Passkopie geschickt hatte — als Begleitperson hielt ich das nicht für notwendig.
Die Koordinatorin versuchte Druck auszuüben und deutete an, dass der Fahrer mich ohne Passkopie nicht mitnehmen würde. Wie sich herausstellte — es gab überhaupt kein Problem damit. Wir erreichten das Hotel gegen ein Uhr nachts.
Montag — der Klinikbesuch
Den Termin hatten wir für den Nachmittag geplant, also verbrachten wir den Vormittag damit, uns zu erholen und Kräfte zu sammeln. Wir betraten die Klinik mit festem Schritt, genau wissend, warum wir dort waren.
Ein „Empfangskomitee" wartete auf Anna — die Koordinatorin, der Manager und der Rest des Teams. Alle sehr freundlich, vielleicht sogar etwas zu freundlich. Die einzige Person, der man echte Emotionen ansah, war die Dolmetscherin — sichtlich angespannt.
Diagnose und Vorschlag der Klinik
Das Gespräch begann mit Annas Gesundheitszustand und den Gründen für ihre Rückkehr. Sie erklärte klar: Sie reiste mit Schmerzen ab und kam mit Schmerzen zurück — trotz früherer Zusicherungen, dass alles vergehen würde.
Eine erneute Diagnostik wurde vorgeschlagen. Die Untersuchungen bestätigten das, was ein polnischer Zahnarzt bereits zuvor gesagt hatte — eine Zyste und eine Entzündung.
Es muss anerkannt werden, dass der Arzt die Sache sehr professionell anging. Er war ruhig, sachlich, einfühlsam und erklärte jeden Schritt genau. Zwei Lösungen wurden vorgeschlagen: eine Resektion oder die Entfernung der Zyste.
Wo es kompliziert wurde
Das Problem entstand bei den Kosten — die Klinik veranschlagte die Behandlung mit zusätzlichen 900 Euro.
Anna war bereit zu zahlen, aber es war schwer zu ignorieren, dass vor dem Einsetzen der Kronen keine ordnungsgemäße Diagnostik durchgeführt worden war.
Der Manager erklärte entschieden, dass dies nicht die Schuld der Klinik sei und dass die Patientin die Behandlungskosten tragen müsse. Es war schwer, nicht den Eindruck zu gewinnen, dass es sich um ein Gespräch gegen eine Wand handelte.
Meine Rolle bei diesem Besuch
Im Verlauf des Gesprächs fragte mich der Manager, womit ich mich beschäftige. Ich erklärte, dass ich Patienten in schwierigen Situationen nach misslungenen Behandlungen unterstütze. Ich zeigte auch den Vertrag, den ich mit Anna unterzeichnet hatte — der klar festlegte, dass:
- Ich weder Ärztin noch Beraterin noch Anwältin bin
- Ich nur emotionale Unterstützung biete
- Ich kostenlos helfe
- Die Reisekosten von der Patientin getragen werden
Psychologischer Druck der Klinik
Es fehlte nicht an Elementen psychologischen Drucks. Einerseits wurde betont, dass Anna willkommen sei, andererseits wurde darauf hingewiesen, dass sie nicht unangekündigt erscheinen sollte, da Termine „abgestimmt" und der Zeitplan reorganisiert werden müssten.
Interessanterweise stellte sich im weiteren Gespräch heraus, dass derzeit nur ein Zahnarzt dort arbeitet — was im Widerspruch zu den früheren Zusicherungen über eine große Zahl von Patienten steht.
Am Ende gab die Dolmetscherin zu, dass sie sehr gestresst gewesen war. Ehrlich gesagt — völlig unnötig. Wir kamen nicht, um zu kämpfen, sondern nur um ruhig und sachlich zu versuchen, das Problem zu lösen.
Am nächsten Tag — Diagnose und Plan
Die Emotionen lagen bei allen hoch — und das war vollkommen natürlich. Anna hatte Angst, dass ihr wieder etwas Schlimmes passieren würde, und das Klinikpersonal wusste nicht, was es erwarten sollte, zumal eine dritte Person an der Verbreitung von Gerüchten beteiligt gewesen war.
Am nächsten Tag kehrten wir zum Gespräch zurück, doch für die Patientin blieb eine Frage die wichtigste: Warum ließen die Schmerzen trotz der Behandlung nicht nach. Der Inhaber der Klinik, der Zahnarzt, war der Situation gewachsen. Er untersuchte den Zustand der Zähne sorgfältig, analysierte die Röntgenbilder — und da stellte sich heraus, dass in einem Zahn eine Zyste vorhanden ist und bei einem anderen eine Resektion notwendig sein wird.
Anna kehrte immer wieder zu dem zurück, was ihr widerfahren war — und das war vollkommen verständlich. Anderthalb Jahre mit Schmerzen zu leben ist schließlich nichts, was man leicht hinter sich lassen kann. Ich bat sie jedoch, dass wir versuchen sollten, uns nicht ausschließlich auf die Vergangenheit zu konzentrieren, sondern darauf, was getan werden kann, damit es endlich besser wird.
An diesem Tag wurden die Kronen noch nicht abgenommen. Am wichtigsten war, dass Anna genau verstand, was mit ihren Zähnen geschieht — was in Antalya durchgeführt worden war, was in Izmir, und welche realen Möglichkeiten bestehen, ihr Leiden zu beenden. Daher wurde vorgeschlagen, am nächsten Tag, gleich von Anfang an, mit der Abnahme der Kronen zu beginnen und den tatsächlichen Zustand der Zähne sehr sorgfältig zu beurteilen.
Diesmal war sie jedoch nicht allein.
Die Atmosphäre war angespannt und trotz der Lächeln waren wir nicht sicher, wie sich die Situation weiterentwickeln würde. Trotz allem glaubte ich — und ich versuchte, Anna davon zu überzeugen — dass es diesmal gut werden würde.
Sollte es wirklich so sein?